PowerPoint mit KI erstellen: Wir vergleichen Gamma, Pitch, Beautiful.ai und Microsoft Copilot. Mit Praxistest, Qualitätsbewertung und Empfehlungen.

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Michael Schütz
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Eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen kostet Zeit. Das leere Folienfenster, die Suche nach passenden Bildern, das Hin- und Herschieben von Textblöcken. KI-Tools versprechen, diesen Prozess zu beschleunigen. In der Praxis gerät KI im M365-Umfeld aber oft ins Stocken. Wer heute eine PowerPoint mit KI erstellen will, findet dutzende Anbieter: von spezialisierten Generatoren bis zu Microsofts eigenem Copilot, der direkt in PowerPoint integriert ist. Aber halten diese Tools, was sie versprechen? Dieser Artikel gibt einen Überblick über den Markt, vergleicht die verbreitetsten Lösungen und zeigt, wo Microsoft Copilot glänzt – und wo er an Grenzen stößt.


Zu Ihrer Orientierung: Das finden Sie auf dieser Seite zum Thema „PowerPoint mit KI erstellen“


Zwei Wege zur KI-Präsentation: Generatoren vs. Assistenten

Der Markt für KI-Präsentationstools lässt sich grob in zwei Kategorien einteilen.

Vollautomatische Generatoren wie Gamma, Beautiful.ai oder Pitch arbeiten eigenständig. Sie erstellen aus einem Textprompt eine komplette Präsentation – inklusive Struktur, Inhalten und Design. Das Ergebnis ist sofort vorzeigbar, wenn auch meist noch nachbearbeitet werden muss.

Integrierte Assistenten wie Microsoft Copilot oder das Plus AI Add-on funktionieren anders. Sie arbeiten innerhalb bestehender Programme – also direkt in PowerPoint oder Google Slides. Sie unterstützen beim Erstellen, Umformulieren oder Anpassen von Folien, überlassen dem Nutzer aber die Kontrolle.


Der Unterschied ist relevant für die Verwendung: Wer eine PowerPoint mit KI erstellen möchte und dabei in der gewohnten Microsoft-Umgebung bleiben will, greift zu Copilot. Wer offen für neue Tools ist und einen schnellen ersten Entwurf braucht, ist bei einem Generator oft besser aufgehoben.


Die verbreitetsten Tools im Überblick

Gamma

Gamma gilt als einer der Marktführer unter den KI-Generatoren. Das Tool erstellt nicht nur Präsentationen, sondern auch Dokumente und Webseiten – alles aus einem einzigen Textprompt. Die Oberfläche ist übersichtlich, die Ergebnisse sehen auf Anhieb ansprechend aus.

Die Stärken: Gamma unterstützt über 50 Sprachen, darunter Deutsch. Corporate-Design-Elemente wie Firmenfarben und Logos lassen sich importieren. Der Export funktioniert als PPTX, PDF oder direkt zu Google Slides. Wer schnell eine ansehnliche Präsentation braucht, ohne viel Zeit in Design zu investieren, findet hier einen soliden Ausgangspunkt.

Pitch

Pitch richtet sich an Teams und Startups, die gemeinsam an Präsentationen arbeiten. Die KI-Funktion „Start with AI" generiert aus einem Prompt ein vollständiges Pitch-Deck. Das Tool bringt über 100 Vorlagen mit und erlaubt das Einbinden interaktiver Elemente.

Die Kollaborationsfunktionen sind ausgereift: Mehrere Personen können gleichzeitig an einer Präsentation arbeiten, Kommentare hinterlassen und Änderungen nachverfolgen. Für Vertriebsteams oder Gründer, die regelmäßig Investorenpräsentationen erstellen, ist Pitch eine Überlegung wert.

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Beautiful.ai

Beautiful.ai verfolgt einen anderen Ansatz. Hier geht es weniger um die Generierung von Inhalten als um automatisiertes Design. Das Tool nennt seine Folien „Smart Slides": Sie passen sich automatisch an, wenn Inhalte hinzugefügt oder verändert werden. Das Layout bleibt dabei immer konsistent.

Für Unternehmen mit strengen Corporate-Design-Vorgaben ist das ein Vorteil. Die KI sorgt dafür, dass Folien nie „aus dem Rahmen fallen" – auch wenn verschiedene Personen daran arbeiten. Der Preis: weniger Flexibilität bei der individuellen Gestaltung.

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Plus AI Add-on

Plus AI ist ein Add-on für Google Slides und PowerPoint, das sich als Hybrid zwischen Generator und Assistent positioniert. Es kann ganze Präsentationen erstellen, aber auch einzelne Folien generieren oder Texte umschreiben – direkt im gewohnten Programm. Office-Add-Ins dieser Art erweitern die Standardfunktionen, ohne dass Nutzer ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen.

Die Besonderheit: Plus AI kann firmeneigene Vorlagen nutzen. Die KI generiert neue Inhalte im Stil der bestehenden Folienmaster. Für Unternehmen, die ihre Templates nicht aufgeben wollen, ist das ein starkes Argument.


PowerPoint mit KI erstellen: Microsoft Copilot im Praxistest

Microsoft Copilot ist seit 2023 Teil der Microsoft-365-Suite und verspricht, KI direkt in die vertraute Arbeitsumgebung zu bringen. Wer eine PowerPoint mit KI erstellen will, ohne ein neues Tool zu lernen, findet hier den naheliegenden Einstieg.

Was Copilot kann

Copilot erstellt PowerPoint-Präsentationen auf zwei Wegen: aus einem Textprompt oder aus einem bestehenden Word-Dokument. Letzteres ist besonders praktisch – wer bereits ein Konzeptpapier oder einen Bericht geschrieben hat, kann daraus mit wenigen Klicks einen Foliensatz generieren.

Darüber hinaus hilft Copilot beim Anpassen bestehender Präsentationen. Er kann Folien hinzufügen, Bilder austauschen, Texte zusammenfassen oder Sprechernotizen generieren. Die Integration ist nahtlos: Copilot erscheint als Seitenleiste in PowerPoint und reagiert auf natürlichsprachliche Anweisungen.

Wo Copilot an Grenzen stößt

Die Praxistests verschiedener Anwender zeigen ein gemischtes Bild. Die generierten Präsentationen sind oft kurz – manchmal zu kurz. Inhalte bleiben oberflächlich, Fakten fehlen oder sind unvollständig. Das Design funktioniert grundsätzlich, aber Corporate-Design-Vorgaben werden nicht zuverlässig eingehalten.

Ein konkretes Problem: Die Übersetzungsfunktion arbeitet fehlerhaft. In Tests wurde der Titel einer Folie mit dem übersetzten Fließtext überschrieben statt separat übersetzt. Auch das Einfügen von Folien aus anderen Präsentationen – eigentlich eine Standardanforderung – funktioniert derzeit nicht.

Das größte Hindernis für viele Unternehmen: Copilot hält sich nicht an firmenspezifische Vorlagen. Jede generierte Folie muss einzeln geprüft und angepasst werden, wenn Markenkonformität gefordert ist. Das frisst die eingesparte Zeit schnell wieder auf. Wer dieses Problem umgehen will, braucht technisch sauber aufgebaute PowerPoint-Vorlagen, die Corporate-Design-Regeln fest im Master verankern.

Die Kostenfrage

Copilot ist nicht im regulären Microsoft-365-Abo enthalten. Für die PowerPoint-Integration ist entweder Copilot Pro (ca. 22 Euro/Monat für Privatnutzer) oder Copilot für Microsoft 365 (ca. 28 Euro/Nutzer/Monat für Unternehmen) erforderlich. Bei einem Team von zehn Personen summiert sich das auf über 3.000 Euro pro Jahr – zusätzlich zu den bestehenden Lizenzkosten.


Qualitätsvergleich: Was liefern die Tools?

Inhaltsqualität

Die meisten KI-Tools generieren Stichpunkte und kurze Textblöcke, die als Ausgangspunkt taugen. Tiefgehende Analysen oder firmenspezifische Details kann keines der Tools liefern – das liegt in der Natur der Sache. Die KI kennt weder interne Daten noch aktuelle Projektstände.

Tools, die auf GPT-4 basieren – darunter Gamma und Plus AI –, liefern tendenziell bessere deutsche Texte als ältere Modelle. Die Qualität hängt aber stark vom eingegebenen Prompt ab. Je präziser die Anweisung, desto brauchbarer das Ergebnis.

Designqualität

Hier zeigen sich deutliche Unterschiede. Beautiful.ai und Pitch produzieren konsistent ansprechende Layouts – das ist ihr Kernversprechen. Gamma liegt im Mittelfeld: flexibel, aber nicht so kontrollierbar wie eine native PowerPoint-Bearbeitung.

Copilot erzeugt funktionale Designs, die sich an den gewählten PowerPoint-Vorlagen orientieren. Allerdings weicht er regelmäßig von Markenrichtlinien ab, wenn diese nicht explizit in der Vorlage hinterlegt sind. Für Unternehmen mit strengem Corporate Design ist das ein Problem – und ein Argument für professionell entwickelte Folienmaster.

Praxistauglichkeit

Alle getesteten Tools liefern einen Entwurf – keine fertige Präsentation. Die Nachbearbeitung ist Pflicht, bei jedem Anbieter. Das gilt für Faktenprüfung ebenso wie für Feinschliff am Design. Wer erwartet, eine präsentationsfertige Datei zu erhalten, wird enttäuscht.

Der Zeitvorteil ist dennoch real. Eine erste Struktur mit zehn Folien steht in wenigen Minuten statt in einer Stunde. Die Frage ist, wie viel Zeit die anschließende Überarbeitung kostet – und das variiert stark je nach Anspruch und Tool.


Datenschutz: Wo landen die Daten?

Die meisten KI-Präsentationstools arbeiten cloudbasiert. Das bedeutet: Inhalte werden auf externen Servern verarbeitet. Für Unternehmen mit sensiblen Daten ist das ein Problem. Wer interne Zahlen, Strategiepapiere oder vertrauliche Informationen in eine Präsentation packt, sollte genau prüfen, welcher Anbieter dahintersteht.

Europäische Nutzer sollten auf DSGVO-Konformität achten – ein Thema, das bei Microsoft 365 generell für Diskussionen sorgt. Anbieter wie Pitch (mit Sitz in Berlin) oder Microsoft versichern, europäische Datenschutzstandards einzuhalten. Bei US-amerikanischen Anbietern lohnt ein Blick in die Nutzungsbedingungen. Eine Alternative für besonders sensible Inhalte: Add-ons wie Plus AI oder Copilot, die innerhalb der eigenen Microsoft-365- oder Google-Workspace-Umgebung laufen. Hier bleiben die Daten zumindest im bekannten Ökosystem.


Deutsche Sprache: Wie gut funktioniert das?

Wer auf Deutsch präsentiert, braucht Tools, die mehr können als holprige Übersetzungen. Die gute Nachricht: Die meisten aktuellen KI-Tools liefern brauchbare deutsche Texte. Gamma unterstützt über 50 Sprachen und erzeugt auch auf Deutsch flüssige Formulierungen. Tools, die auf GPT-4 basieren – darunter Plus AI –, kommen ebenfalls gut mit der deutschen Sprache zurecht.

Bei Microsoft Copilot ist Englisch die Referenzsprache. Microsoft selbst gibt an, dass die Qualität in anderen Sprachen „im Laufe der Zeit verbessert werden soll". In der Praxis bedeutet das: Deutsche Ergebnisse sind brauchbar, klingen aber nicht immer natürlich. Fachbegriffe und branchenspezifische Formulierungen erfordern fast immer Nacharbeit – unabhängig vom Tool.


Für wen eignet sich was?

Schneller Entwurf ohne viel Aufwand: Gamma oder SlidesGo AI. Beide liefern in Minuten ein solides Grundgerüst, das sich weiterbearbeiten lässt.

Unternehmen mit strengem Corporate Design: Beautiful.ai oder Pitch. Die automatische Design-Kontrolle verhindert, dass Folien aus dem Rahmen fallen.

Microsoft-365-Umgebung nicht verlassen: Copilot ist der naheliegende Kandidat – mit den beschriebenen Einschränkungen. Alternativ bietet das Plus AI Add-on mehr Funktionen bei ähnlicher Integration.

Google-Workspace-Nutzer: SlidesAI, MagicSlides oder Plus AI. Letzteres bietet den größten Funktionsumfang.

Teams und Kollaboration: Pitch ist speziell für die Zusammenarbeit konzipiert und bietet entsprechende Funktionen.

Sie haben Fragen zu für den Copilot optimierten PowerPoint-Vorlagen? Dann sollten wir reden.

Fazit: KI als Startpunkt, nicht als Ersatz

Wer eine PowerPoint mit KI erstellen will, hat heute mehr Optionen als je zuvor. Die Tools beschleunigen den Einstieg erheblich – der erste Entwurf steht in Minuten statt Stunden. Das ist ein echter Produktivitätsgewinn.

Aber keines der Tools liefert fertige, präsentationsreife Ergebnisse. Microsoft Copilot ist bequem, weil er direkt in PowerPoint arbeitet – aber er ist nicht der beste Generator. Eigenständige Tools wie Gamma oder Beautiful.ai produzieren oft ansprechendere Ergebnisse, erfordern aber einen Medienbruch.

Die eigentliche Arbeit bleibt beim Menschen: Fakten prüfen, Design anpassen, die Botschaft schärfen. KI-Tools sind hilfreiche Assistenten für den ersten Wurf. Einen erfahrenen Präsentationsersteller ersetzen sie nicht – zumindest noch nicht.Wer unsicher ist, wie KI-Tools in die eigene M365-Landschaft passen, findet mit einem M365-Audit einen strukturierten Einstieg. 

Häufig gestellte Fragen zur Erstellung von PowerPoint-Präsentationen mit KI

Kann KI eine Präsentation komplett alleine erstellen?

Ja, vollautomatische Tools wie Gamma erstellen komplette Präsentationen aus einem Textprompt. Allerdings kennt die KI keine firmenspezifischen Details, keine aktuellen Daten und keine persönlichen Geschichten. Nachbearbeitung ist immer erforderlich.

Was kostet Microsoft Copilot für PowerPoint?

Copilot Pro kostet ca. 22 Euro pro Monat für Privatnutzer. Für Unternehmen liegt der Preis bei ca. 28 Euro pro Nutzer und Monat (Copilot für Microsoft 365). Beide Varianten kommen zu den bestehenden Microsoft-365-Lizenzkosten hinzu.

Welches Tool ist das beste für deutsche Präsentationen?

Gamma unterstützt über 50 Sprachen und liefert gute deutsche Ergebnisse. Auch Tools, die auf GPT-4 basieren – wie Plus AI –, generieren brauchbare deutsche Texte. Microsoft gibt an, dass die Qualität bei Copilot in Englisch am höchsten ist.

Gibt es Datenschutzbedenken bei KI-Präsentationstools?

Da die meisten Tools cloudbasiert arbeiten, werden Daten an externe Server übertragen. Europäische Nutzer sollten auf DSGVO-Konformität achten. Bei sensiblen Inhalten sind Add-ons, die in der eigenen Microsoft-365- oder Google-Workspace-Umgebung laufen, oft die sicherere Wahl.

Kann ich mein Corporate Design mit KI-Tools verwenden?

Einige Tools wie Gamma und Pitch erlauben den Import von Firmenfarben und Logos. Das Plus AI Add-on kann sogar firmeneigene PowerPoint-Vorlagen nutzen. Bei Microsoft Copilot ist die Unterstützung für Corporate-Design-Vorlagen bisher eingeschränkt – Ergebnisse müssen oft manuell angepasst werden.

 

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